Alles über Ängste


Wissenswertes über Ängste

Vorwort

Die folgenden Informationen stammen aus dem Buch von
Dr. Wolfgang Rost/ Angelika Schulz “ Die Angst als Kraft nutzen “ welches ich allen sehr empfehlen kann.

Angst – Was ist das eigentlich ?

Treffen wir zuerst eine einfache Unterscheidung, nämlich die zwischen Furcht und Angst.

Furcht ist meist ziemlich konkret. Sie hat ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation zur Grundlage.
Beispiel: ein Schüler fürchtet sich, im Schwimmbad vom Dreimeterbrett zu springen.

Angst ist unspezifischer. Sie ist eher ein unangenehmes Gefühl, das uns befällt. Beispiel:Jemand hat Angst vor der Zukunft;die Person hat das unbestimmte Gefühl, in absehbarer Zeit passiere ein Unglück,sie werde oder sei schon krank o.ä.

Der Zustand Angst

Gehen wir fürs erste von der Definition wieder weg und gehen einfach davon aus ,daß Angst der Zustand ist den jeder einzelne für sich Angst nennt.

Ein Zustand in dem es zu einem unangenehmen Erregungsanstieg kommt (mit Schwitzen, Herzklopfen, Zittern und anderen Veränderungen des Körpers).

Ein Zustand, der entsteht,wenn wir eine Gefahr wahrnehmen,die wir durch Flucht zwar manchmal, aber längst nicht immer beseitigen.

Ein Zustand, dem wir durch Vermeidungsverhalten hin und wieder aus dem Weg gehen können (z.Bsp. Treppe statt Lift benutzen).

Ein Zustand , in den wir auch geraten, wenn wir an die Möglichkeit einer Bedrohung denken (z. Bsp.eine schwere Krankheit).

Wozu die Angst dient

Wie andere Gefühle oder Emotionen auch – Freude,Trauer,Scham,Stolz,Eifersucht,Lust – ist Angst eine vitale Regung. Alle vitalen Regungen haben einen Sinn im Leben und einen Sinn für das Überleben, auch wenn das nicht immer so offensichtlich ist wie beim Hungergefühl, daß uns anzeigt, daß Nahrung aufgenommen werden muß.

Was bei der Angst im Körper passiert

Noch ehe uns eine Bedrohung zu Bewußtsein kommt, reagiert schon unser Gehirn. unsere Pupillen weiten sich reflexartig. Die Nachricht “ Gefahr“, die von den Sehnerven übermittelt wird regt Teile des Gehirns zu Botschaften an andere Körperteile an.

Bestimmte Botenstoffe (z.Bsp. Noradrenalin) steigern die Leistung von Muskeln, Kreislauf und Atmung.

Das Herz pumpt verstärkt Blut in die Muskeln. Deswegen wird beispielsweise die Haut geringer durchblutet.

Die Nebenniere schüttet verstärkt Streßhormone (Adrenalin,Noradrenalin,Kortisol) aus.

Die Leber setzt Zuckerreserven frei;die Bauschspeicheldrüse vermindert die Insulinproduktion. Dadurch erhöht sich der Blutzuckerspiegel.

Angststörungen

wenn:

Dem Erleben von Angst keine tatsächliche nachvollziehbare Bedrohung zugrunde liegt
Die Bedrohlichkeit einer konkret vorhandenen oder erwarteten Gefahr (völlig)überschätzt wird Angst erlebt wird, obwohl überhaupt keinerlei Gefahr oder Bedrohung vorliegt.

Gut für den Menschen ist die Angst, die ein Mittelmaß bewahrt- das gilt für alle Bedrohungen,ob sie nun tatsächlich eingetreten sind, erwartet werden oder nur in unserem Kopf existieren.

Abwehrmechanismen gegen die Angst

Verleugnen
Bagatellisieren
Verdrängen
Vermeiden
Verantwortung und Selbständigkeit aufgeben

Angst vor der Angst

Beim Verdrängen der Angst passiert aber noch mehr: Werden die Angst verursachenden Gefühle beiseite geschoben, entsteht zusätzlich die Angst vor diesen Gefühlen. Auf diese Weise kommt nämlich zu der Angst vor einem Ereignis,einem Objekt, einer Empfindung oder einer Vorstellung noch die Angst vor der Angst hinzu.Hinzu kommt auch ,daß sich Ängste ausweiten und auf Ereignisse oder Empfindungen die dem ursprünglichen Angstinhalt oder Angstreiz ähnlich sind, beziehen.

Verdrängtes ist nicht weg, sondern bleibt in unserem Unterbewusstsein gespeichert. Und es äußert sich in problematischen Verhalten oder in Beeinträchtigungen des Befindens.